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# Herbstzeit ist Campingzeit. Warum jetzt schon einwintern?

vor 11 Stunden
3 Min. Lesezeit

Indian Summer, klare Bergluft, goldene Wälder und stille Seen.

Wer glaubt, dass mit dem Sommer auch die Campingsaison endet, verpasst vielleicht die schönste Reisezeit des Jahres.


Während die einen ihr Wohnmobil bereits einwintern, die Kassettentoilette ein letztes Mal entleeren und das Wasser aus den Leitungen lassen, machen sich die anderen erst so richtig auf den Weg.

Und ich gehöre definitiv zur zweiten Gruppe!

Denn wer sagt eigentlich, dass Camping nur im Sommer schön ist?



Wenn die Natur noch einmal alles gibt


Der Herbst ist für mich eine der schönsten Jahreszeiten, um mit dem Campingbus unterwegs zu sein.

Die Landschaft zeigt sich in ihrem prächtigsten Farbenkleid. Goldgelbe Laubwälder, leuchtend rote Blätter, tiefblauer Himmel und dieses unverwechselbare, warme Herbstlicht. Indian Summer direkt vor unserer Haustür!

Die Sonne steht tiefer, die Luft ist klarer, die Fernsicht oft beeindruckend. Ob am See, in den Bergen oder irgendwo mitten im Wald – die Natur liefert eine Vorstellung, für die man keine Eintrittskarte braucht.

Und das Beste daran? Vielerorts kehrt wieder Ruhe ein. Die großen Urlauberströme sind weitergezogen. Campingplätze, Radwege und Wanderwege werden entspannter. Man hat wieder Zeit, die kleinen Dinge zu genießen.



Klimaanlage aus. Gemütlichkeit an.


Auch im Campingbus hat der Herbst seinen ganz besonderen Charme.

Keine brütende Hitze, kein aufgeheizter Innenraum und keine Klimaanlage, die auf Hochtouren läuft.

Stattdessen morgens die Schiebetür öffnen, die frische Herbstluft hereinlassen und bei einer warmen Tasse Kaffee beobachten, wie die ersten Sonnenstrahlen langsam den Nebel vertreiben.

Und wenn es abends etwas frischer wird? Ein kurzer Dreh an der Heizung genügt, und schon wird aus dem Campingbus ein gemütliches kleines Zuhause.

Draußen Herbst. Drinnen Wohlfühltemperatur.

Was will man mehr?



Gravelbike, Laufschuhe und Wanderschuhe – alles mit dabei!


Für mich ist der Herbst auch sportlich eine absolute Traumzeit.

Mit dem Gravelbike durch raschelndes Herbstlaub, mit dem Rennrad über sonnige Bergstraßen oder mit den Laufschuhen hinauf auf die Almen. Keine drückende Sommerhitze, dafür angenehme Temperaturen und eine Landschaft, die hinter jeder Kurve aufs Neue begeistert.

Und wer es gemütlicher angehen möchte, findet mindestens genauso viele Möglichkeiten.

Ein Spaziergang durch bunte Laubwälder. Kastanien sammeln. Auf einer sonnigen Terrasse sitzen und die letzten warmen Sonnenstrahlen genießen.

Oder nach einer ausgiebigen Tour einfach die Beine hochlegen und den Tag bei einem guten Essen und einem Glas Wein ausklingen lassen.


Camping im Herbst bedeutet nicht weniger Urlaub.

Es bedeutet oft sogar mehr Erlebnis.



Vom goldenen Herbst direkt ins kalte Wasser


Und dann sind da noch die Seen!

Während die meisten ihre Badesachen längst verstaut haben, beginnt für andere eine besonders reizvolle Zeit.

Ein kurzer Sprung ins kühle Wasser, die klare Herbstluft auf der Haut und danach dieses wunderbare Gefühl, wieder richtig wach und lebendig zu sein.

Für mich ist das zugleich eine schöne Vorbereitung auf die kommende Winter- und Eisschwimmsaison.

Natürlich mit Respekt vor den sinkenden Wassertemperaturen und den eigenen Grenzen.



Camping kennt keine Saison. Nur Möglichkeiten.


Vielleicht sollten wir das Thema Camping ohnehin ein wenig neu denken.


Warum konzentrieren wir uns so stark auf die wenigen Hochsommerwochen, wenn die Natur gerade im Frühling und Herbst so viel zu bieten hat?

Für Campingplatzbetreiber und Tourismusregionen eröffnet die Verlängerung der Saison spannende Perspektiven. Gerade die Verbindung von Camping mit Radtourismus, Wandern, Kulinarik, Naturerlebnissen und regionalen Angeboten schafft neue Möglichkeiten.

Vorausgesetzt natürlich, die Infrastruktur und die Unterkünfte sind auf kühlere Temperaturen vorbereitet.


Ganzjahrestaugliche Mobile Homes, kleine Cabins, attraktive Stellplätze und durchdachte Angebote für aktive Gäste können hier einen echten Unterschied machen.

Denn nicht jeder Gast sucht im Urlaub über 30 Grad und einen Liegestuhl am Pool.

Manche suchen einfach ein Stück Freiheit, Bewegung, Natur und einen Platz, an dem sie gerne bleiben.



Also, warum eigentlich zu Hause bleiben?


Pack die Laufschuhe ein. Schnall das Fahrrad auf den Träger.

Nimm eine Windjacke, eine warme Fleecejacke und vielleicht noch die Badehose mit.

Dann nichts wie los!

Hinein in die bunten Wälder, hinauf in die Berge, hinaus an die stillen Seen.

Genieß die klare Luft, die Farben, die Ruhe und dieses unglaubliche Licht.


Der Sommer mag vorbei sein.

Aber die Campingsaison?

Die ist noch lange nicht zu Ende.



Und mal ganz ehrlich: Manchmal beginnt die schönste Zeit erst dann, wenn die anderen schon eingewintert haben.



Euer Wolfgang



 
 
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